Schneesportschule Willisau
SWISS SKI SCHOOL
Vereins geschichte
Die Schneesportschule Willisau hat eine lange und dynamische
Geschichte. Bereits im Jahr 1968 wurde in der Region Willisau von verschiedenen Skiclubs Skiunterricht angeboten. Damals noch als Skiclub Skischule Willisau. Am Anfang wurde ausschliesslich Erwachsenenunterricht für Anfänger angeboten. Mit der Zeit vervielfältigte sich das Angebot und es wurde sogar Skiakrobatik- und Skiballett unterrichtet.
Im Jahr 1998 wurde die Skiclub Skischule Willisau zu einer offiziellen Schweizer Schneesportschule überführt.
Heute besteht die Schweizer Schneesportschule Willisau aus 44 Mitgliedern wovon jährlich etwa 15 Skilehrerinnen und Skilehrer aktiv unterrichten. Wir beschränken uns ausschliesslich auf den Unterricht für Kinder und Jugendliche.
Im Jahr 2025 habe ich mit dem ehemaligen Vereinspräsident Robert Ineichen im Rahmen meiner Facharbeit zum Schneesportlehrer mit eidg. Fachausweis ein Interview geführt. Robert war der erste Vereinspräsident nach der Überführung zur Schweizer Schneesportschule und somit erster Vereinspräsident vom Verein Schweizer Schneesportschule Willisau. Die Zusammenschnitte aus dem Interview sind folgend aufgeführt.
Simon Albisser Skischulleiter
Präsident:innen
Meilensteine
1968 – Gründung der Skiclub-Skischule Willisau auf Initiative von Edgar Meier und Markus Dreier.
1970 – Offizielle Skiclub-Skischule Willisau in Zusammenarbeit mit den Skiclubs Dagmersellen, Luthern, Hergiswil und Menznau.
1972 – Erweiterung mit dem Skiclub Alberswil.
1973 – Aufnahme des Langlaufs ins Programm.
1975 – Einführung von Freestyle (Hot Dog, Skiballett) sowie Hochgebirgs- und Tourenfahren.
1980 – Start mit Skiakrobatik (Skiballett, Hot Dog, Akrobatik durch Pius Disler).
1985 – Erste Teilnahme von Kindern ab 10 Jahren.
1986 – Durchführung des ersten J+S-Lagers und Einführung des Wettkampfskifahrens.
1987 – Start der ersten reinen Kinderskischule mit Kursen am Mittwochnachmittag und Samstag.
1993 – 25-Jahr-Jubiläum mit einem Ausflug nach Zermatt.
1998 – Gründung der Schweizer Schneesportschule Willisau (SSSW) – Überführung aus der Skiclub Skischule.
2002 – Zusammenschluss der Dachverbände SIVS und SSSV zu Swiss Snowsports; Teilnahme des Präsidenten der SSW am Gründungsanlass.
2009 – 10 Jahre Schweizer Schneesportschule Willisau / 40 Jahre Skischule Willisau, gefeiert mit einem Jubiläumsausflug in die Dolomiten und einem Jubiläumsanlass im Hübeli.
2009 – Übergabe des Präsidiums und der Schulleitung an Annelies Schmidlin.
Gründungsgeschichte
Entstehung der Skischule Willisau
Die Wurzeln der Schweizer Skischule Willisau (SSW) liegen im Skiclub Willisau. An der Generalversammlung 1968 beschloss der Club – auf Initiative von Edgar Meier (Schuhhaus Willisau) und Markus Dreier (Willisau) – eine Skischule zu gründen. Bereits in der Wintersaison 1968/69 führten neun Clubmitglieder als Skilehrer den ersten Kurs durch. Dank des grossen Erfolgs und des positiven Echos im Luzerner Hinterland wurde 1970/71 die Skiclub Skischule Willisau ins Leben gerufen, getragen von den Skiclubs Willisau, Dagmersellen, Hergiswil, Luthern und Menznau; 1972 kam auch Alberswil dazu. Die Vereine zählten damals zusammen über 800 Mitglieder. In den 1970er-Jahren florierte die Skischule: An Januarmorgen fuhren bis zu sechs Autocars voller Skifahrer nach Sörenberg. Der letzte Kurstag wurde jeweils mit Musik und Tanz im Hotel Kreuz Willisau gefeiert.
Mit der Einführung von J+S (Jugend+Sport) 1972 professionalisierte sich der Unterricht. Junge Skilehrer absolvierten ihre Ausbildung, es wurde mit Miniskis unterrichtet, Langlauf eingeführt, Skiinstruktoren SSI ausgebildet und neue Trends wie Freestyle (ab 1975), Hochgebirgs- und Tourenfahren (ab 1977) oder Skiballett und Akrobatik (ab 1980, u.a. durch Pius Disler als SSAL-Lehrer) angeboten. Da das Interesse an Erwachsenenkursen abnahm, öffnete man die Skischule für Familien und später auch für Kinder ab 10 Jahren, was den Kursbetrieb neu belebte. Ab 1986 kamen J+S Lager und erste Wettkampfangebote dazu – Vorläufer der heutigen JO. 1987/88 wurde die Kinderskischule eingeführt, mit Kursen am Mittwoch- und Samstagnachmittag, was zu erneut steigenden Teilnehmerzahlen führte. Trotzdem geriet die Schule 1988/89 in eine Krise: Viele Skilehrer, aber zu wenig Teilnehmende.
Das 25-Jahr-Jubiläum feierte man 1992/93 in Zermatt. Dort entstand erstmals die Idee, die Skiclub-Skischule Willisau in eine eigenständige Schweizer Schneesportschule zu überführen. Die Skilehrer wollten ihre Einnahmen nicht mehr an die Skiclubs abführen, sondern in die Ausbildung des Nachwuchses investieren. 1995/96 ergriffen Robi Ineichen und Oscar Spiess die Initiative. Mit der Unterstützung von Martin Müller, damaliger Präsident des Ski- und Snowboardschulenverbandes (SSSV), wurde der Weg frei. Am 14. Mai 1998 erfolgte die offizielle Überführung der Skiclub Skischule Willisau in die Schweizer Schneesportschule Willisau.
Erste Vereinsleitung der Schweizer Schneesportschule Willisau (1998)
- Gründungspräsident: Robi Ineichen (Präsident bis 2009)
- Technischer Leiter: Oscar Spiess
- Aktuarin: Annelies Schmidlin
- Kassierin: Regina Grüter
- Schulleiter: (nicht belegt / ? )
Die grössten Erfolge und schönsten Erinnerungen
Der wohl grösste Erfolg in der Geschichte der Skischule war die Überführung der Skiclubskischule in eine offiziell anerkannte Schweizer Schneesportschule im Jahr 1998. Ein Meilenstein – denn schweizweit gibt es nur sehr wenige Schweizer Skischulen, die nicht direkt in einem Skigebiet stationiert sind. Neben den grossen Stadtskischulen in Luzern, Zürich, Basel oder Lugano gehört auch die Städtchen-Skischule Willisau zu diesen besonderen Ausnahmefällen. Dieser Status erfüllt uns bis heute mit Stolz.
Ein weiterer bedeutender Moment war der 5. September 2002 als die beiden Dachverbände SIVS und SSSV zu Swiss Snowsports fusionierten. Als Präsident durfte ich bei diesem historischen Anlass persönlich anwesend sein – für mich einer der ganz grossen Meilensteine in der Geschichte des Schweizer Schneesports.
Unvergesslich bleibt auch der Teamausflug zum 10-jährigen Jubiläum in die Dolomiten. Neben sportlichen Erlebnissen standen dort vor allem Kameradschaft, Zusammenhalt und die gemeinsame Freude am Skisport im Zentrum.
Am meisten geprägt haben mich jedoch immer die kleinen, persönlichen Momente auf der Piste: Die leuchtenden Augen der Kinder nach ihrer ersten Abfahrt ins Tal – morgens zum ersten Mal auf Ski gestanden, am Abend schon selbstständig die Hänge hinuntergefahren. Diese Dankbarkeit und Begeisterung sind es, was das Herz eines Skilehrers am stärksten bewegt.
Über die Jahre sind es Hunderte solcher Highlights, die in Erinnerung bleiben: die Entwicklung der Lernenden, das Miteinander im Team, die Freude am Schneesport – und die Gewissheit, gemeinsam etwas Wertvolles geschaffen zu haben.
Wandel der Organisation
In den Anfangsjahren war die Skischule sehr gut mit Skilehrern und engagierten Kolleginnen und Kollegen besetzt, die sich auch aktiv in der Leitung einbrachten. Alles wurde im Nebenamt und mit viel Herzblut geleistet – ohne den Gedanken, damit Geld zu verdienen. Entscheidend waren damals vor allem Kameradschaft, Zusammenhalt und das gemeinsame Ziel, die Skischule aufzubauen und erfolgreich zu führen.
Heute haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Vereine sind schwieriger zu führen, weil sich immer weniger Menschen langfristig und verbindlich engagieren möchten. Viele sind vielseitig unterwegs, wollen sich nicht festlegen und entscheiden sich lieber spontan für viele andere Aktivitäten, welche Spass machen.
Früher war es einfacher, ein Team zu finden, das bereit war, Verantwortung zu übernehmen und auch auf manches zu verzichten, um die Skischule gemeinsam weiterzubringen. Heute hingegen ist es deutlich schwieriger, Personen für dauerhafte Leitungs- und Organisationsaufgaben zu gewinnen.
Gleichzeitig sind die heutigen Strukturen professioneller und standardisierter – was den Betrieb vereinfacht.
Skiunterricht damals und heute
Als ich zum Skilehrer ausgebildet wurde, dominierte noch der klassische Frontalunterricht: Der Lehrer fuhr voraus, die Schüler folgten im Gänsemarsch. Beobachtung und individuelles Eingehen waren eher selten.
In der Skischule Willisau – und später auch in der Schweizer Schneesportschule Willisau – haben wir uns jedoch schon früh als besonders innovativ verstanden. Ein grosser Verdienst dabei kommt Pius Disler zu, der am ersten offiziellen Kinderlehrmittel sowie an verschiedenen Ausbildungsunterlagen von Swiss Snowsports mitgearbeitet hat. Seine Erfahrungen brachte er von Beginn weg bei uns ein, wodurch wir in der Praxis oft den offiziellen Lehrmitteln einen Schritt voraus waren.
So haben wir zum Beispiel Kinderskischule angeboten, lange bevor es überhaupt eine offizielle Kinderskilehrerausbildung gab. Auch Kinder ab zehn Jahren wurden bei uns bereits geschult, noch bevor J+S das Mindestalter auf zehn Jahre herabsetzte.
Sehr früh stand bei uns der individuelle Ausbildungsansatz im Vordergrund. Ich bin überzeugt – und das gilt bis heute –, dass ein guter Skilehrer ab einem gewissen Niveau nicht mehr vorneweg fährt, sondern hinter der Gruppe, um seine Schülerinnen und Schüler zu beobachten. Nur so kann er jedem einzelnen gezielt Rückmeldungen geben und fördern.
Diese Form des Unterrichts ist anspruchsvoll, aber enorm wirkungsvoll. Interessanterweise hat sich die offizielle Ausbildungsentwicklung bei Swiss Snowsports in den letzten Jahren genau in diese Richtung bewegt. Was bei uns schon früh Praxis war, ist heute breit anerkanntes und gefordertes Unterrichtsprinzip.